Mit zunehmendem Alter, nach einem Unfall oder bei einer chronischen Erkrankung wird das Badezimmer schnell zum Hindernis. Hohe Badewannenränder, enge Türen, rutschige Fliesen und fehlende Haltegriffe erhöhen das Sturzrisiko und schränken die Selbstständigkeit ein. Ein barrierefreier Umbau kann helfen, länger sicher in der eigenen Wohnung zu leben. Viele Betroffene wissen jedoch nicht, welche Anforderungen gelten, welche Förderungen es gibt und wie sie vorgehen sollten. Dieser Beitrag gibt einen Überblick über rechtliche Grundlagen, Zuschüsse und die praktische Umsetzung.
Was barrierefrei im Bad bedeutet
Der Begriff barrierefrei wird im Alltag oft unscharf verwendet. In Deutschland beschreibt die Norm DIN 18040-2 die Planungsgrundlagen für barrierefreie Wohnungen. Sie unterscheidet zwischen barrierefreien und rollstuhlgerechten Anforderungen. Typische Merkmale eines barrierefreien Bades sind:
- ausreichende Bewegungsflächen vor Waschtisch, WC und Dusche,
- eine bodengleiche Dusche ohne Schwelle,
- rutschhemmende Bodenbeläge,
- ausreichend breite Türen, die idealerweise nach außen öffnen,
- Haltegriffe und Stützklappgriffe an WC und Dusche,
- unterfahrbare Waschtische für Menschen im Rollstuhl.
Nicht jedes Bad muss alle Kriterien vollständig erfüllen. Oft reicht ein altersgerechter oder barrierearmer Umbau, der die wichtigsten Hindernisse beseitigt. Hintergründe zum Begriff bietet der Wikipedia-Artikel zur Barrierefreiheit.
Förderungen und Zuschüsse
Ein barrierefreier Badumbau ist mit Kosten verbunden. Es gibt jedoch verschiedene Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung:
Pflegekasse
Personen mit anerkanntem Pflegegrad können bei der Pflegekasse einen Zuschuss für sogenannte wohnumfeldverbessernde Maßnahmen beantragen. Dazu zählt häufig auch der Umbau des Badezimmers. Der Antrag sollte vor Beginn der Arbeiten gestellt werden. Die Höhe des Zuschusses ist gesetzlich begrenzt und kann sich ändern, daher lohnt eine aktuelle Auskunft bei der Pflegekasse.
Förderprogramme für altersgerechtes Umbauen
Auf Bundesebene gibt es Förderprogramme für den Abbau von Barrieren in Wohngebäuden, etwa über die KfW. Ob und in welchem Umfang Zuschüsse oder Kredite verfügbar sind, hängt von der jeweiligen Haushaltslage ab. Interessierte sollten den aktuellen Stand vor der Planung prüfen.
Länder und Kommunen
Einige Bundesländer und Städte haben eigene Förderprogramme für barrierefreies Wohnen. Auskunft geben Wohnberatungsstellen, Sozialämter oder die Bauverwaltung der Kommune.
Steuerliche Absetzbarkeit
Handwerkerleistungen im eigenen Haushalt lassen sich teilweise steuerlich geltend machen. In bestimmten Fällen kann ein krankheitsbedingter Umbau zudem als außergewöhnliche Belastung berücksichtigt werden. Eine Beratung durch Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein schafft Klarheit.
Rechte von Mietern
Auch Mieter können ein barrierefreies Bad einrichten. Nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch haben sie unter bestimmten Voraussetzungen einen Anspruch darauf, dass der Vermieter bauliche Veränderungen erlaubt, die dem Gebrauch durch Menschen mit Behinderungen dienen. Der Vermieter kann die Zustimmung an Bedingungen knüpfen, etwa eine Sicherheitsleistung für den späteren Rückbau. Eine schriftliche Vereinbarung vor Beginn der Arbeiten ist in jedem Fall sinnvoll.
Schritt für Schritt zum barrierefreien Bad
- Bedarf klären: Welche Einschränkungen bestehen jetzt, welche sind in Zukunft absehbar?
- Beratung einholen: Wohnberatungsstellen, Ergotherapeuten oder spezialisierte Fachbetriebe helfen bei der Einschätzung.
- Förderung prüfen: Anträge vor Auftragsvergabe stellen.
- Angebote vergleichen: Auf klare Leistungsbeschreibungen und Festpreise achten.
- Umsetzung planen: Klären, wie die Körperpflege während der Bauzeit möglich ist.
Vorausschauend planen
Auch wer heute noch keine Einschränkungen hat, kann bei einer ohnehin anstehenden Badsanierung vorsorgen. Verstärkungen in der Wand für spätere Haltegriffe, eine bodengleiche Dusche und eine etwas breitere Tür verursachen beim Umbau meist nur geringen Mehraufwand, ersparen aber später einen erneuten Eingriff.
Fachbetrieb auswählen
Ein barrierefreier Umbau erfordert Erfahrung mit den speziellen Anforderungen, etwa bei der Entwässerung bodengleicher Duschen oder der Montage tragfähiger Haltegriffe. Hilfreich ist ein Betrieb, der Beratung, Planung und Ausführung aus einer Hand übernimmt und die Gewerke koordiniert. In der Region München und Umgebung bietet etwa Käfer Bäder, ein Sanitärbetrieb aus Pullach und nach eigenen Angaben GGT-Fachbetrieb für generationengerechtes Wohnen, Unterstützung, um ein barrierefreies Bad planen und umsetzen zu lassen.
Fazit
Ein barrierefreies Bad erhöht Sicherheit und Selbstständigkeit im Alltag. Wer die Anforderungen der DIN 18040-2 kennt, Förderungen rechtzeitig beantragt, als Mieter die Zustimmung des Vermieters einholt und einen erfahrenen Fachbetrieb beauftragt, schafft ein Badezimmer, das auch in späteren Lebensphasen gut nutzbar bleibt.