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Rentenanpassung
Die Rentenanpassung ist die jährliche Erhöhung der Renten, die in der Regel zum 1. Juli wirkt und sich nach der Lohnentwicklung richtet.
Foto: Polina Tankilevitch / PexelsWas bedeutet Rentenanpassung?
Bei der Rentenanpassung wird der aktuelle Rentenwert angehoben (selten gesenkt oder konstant gehalten). Dadurch steigen alle laufenden Renten im gleichen Verhältnis. Die Rechtsgrundlagen stehen im SGB VI, vor allem im Abschnitt zur Anpassung der Renten.
Medien sprechen oft von der „Rentenerhöhung“. Gemeint ist derselbe Vorgang. Der Prozentsatz steht auf der Werte-Seite zum Rentenwert.
Die Rentenanpassung ist kein Geschenk des Staates, sondern ein gesetzlicher Automatismus. Die Rentenformel verknüpft die Renten mit der Entwicklung der Löhne, damit Rentner am wirtschaftlichen Fortschritt teilhaben. In schwachen Wirtschaftsjahren fällt die Anpassung entsprechend niedriger aus, in starken Jahren höher.
Wie funktioniert Rentenanpassung?
Die Höhe hängt in erster Linie davon ab, wie sich die Löhne und Gehälter im Vorjahr entwickelt haben. Hinzu kommen Faktoren in der Rentenformel, etwa der Beitragssatz zur Rentenversicherung und der Nachhaltigkeitsfaktor. Zudem gibt es eine Schutzklausel: Sie soll verhindern, dass Renten nominal sinken.
Der Ablauf ist meist so:
- Im Herbst erscheint der Rentenversicherungsbericht mit einer Vorausschätzung.
- Im Frühjahr liegen amtliche Lohnzahlen vor, die Bundesregierung benennt den Anpassungssatz.
- Eine Verordnung mit Zustimmung des Bundesrates setzt den Wert fest.
- Zum 1. Juli wird die höhere Rente gezahlt.
Auch die Bevölkerungsentwicklung fließt in die Formel ein. Wenn sich das Verhältnis von Beitragszahlern zu Rentnern verschlechtert, dämpft der Nachhaltigkeitsfaktor den Anstieg. Der Gesetzgeber kann diese Regeln ändern, zum Beispiel durch ein Rentenpaket, das ein bestimmtes Rentenniveau sichert.
Beispiel
Eine Rentnerin erhält jeden Monat zum Monatsende ihre Rente. Nach dem Stichtag im Sommer überweist die Rentenversicherung einen höheren Betrag. Den genauen Betrag lesen Sie im Rentenanpassungsmitteilungsbrief, der meist im Frühsommer zugestellt wird.
Was Sie beachten sollten
- Ein Plus bei der Bruttorente bedeutet nicht automatisch ein gleich großes Plus auf dem Konto. Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung wirken mit.
- Wer Rente über dem Grundfreibetrag bezieht, sollte mit der Steuer rechnen. Die Erhöhung kann dazu führen, dass eine Steuererklärung nötig wird.
- Prognosen sind unverbindlich. Verlässlich ist erst der beschlossene Wert.
- Der Rechner zur Rentenerhöhung auf diesem Portal zeigt, was ein Prozentsatz für Ihre Rente bedeutet.
- Prüfen Sie nach der Anpassung Ihre Vorauszahlungen für die Einkommensteuer, falls Sie bisher nahe an der Steuergrenze lagen.
Häufige Fragen
Wie oft werden Renten angepasst?
Einmal jährlich, in der Regel zum 1. Juli.
Wer entscheidet über die Höhe?
Die Bundesregierung per Rentenanpassungsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates, auf Basis der gesetzlichen Formel.
Kann die Rente sinken?
Wegen der Schutzklausel ist eine nominale Kürzung der Bestandsrenten ausgeschlossen.