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Lexikon

Rentenwert

Der Rentenwert ist der Betrag, den ein Entgeltpunkt in der gesetzlichen Rente pro Monat wert ist; er bestimmt zusammen mit Ihren Entgeltpunkten die Rentenhöhe.

Aktualisiert am · Redaktion German Update

Frau in weißem Kleid steht lächelnd vor blühenden Zweigen im FreienFoto: 🇻🇳🇻🇳Nguyễn Tiến Thịnh 🇻🇳🇻🇳 / Pexels

Was bedeutet Rentenwert?

Der aktuelle Rentenwert ist ein zentraler Faktor der Rentenformel im Sechsten Buch Sozialgesetzbuch (SGB VI). Er gibt an, wie viel Monatsrente ein einzelner Entgeltpunkt ergibt. Wer ein Arbeitsleben lang Beiträge gezahlt hat, sammelt Entgeltpunkte, und der Rentenwert macht daraus einen Euro-Betrag.

Früher gab es getrennte Werte für Ost und West. Inzwischen wurde der Rentenwert angeglichen, sodass ein einheitlicher Wert gilt. Historische Unterschiede sehen Sie in der Tabelle auf der Werte-Seite.

Man kann den Rentenwert mit dem Preis einer Einheit vergleichen: Die Entgeltpunkte sind die Menge, der Rentenwert ist der Preis. Wer in einem Jahr genau das Durchschnittsentgelt aller Versicherten verdient, erhält dafür genau einen Entgeltpunkt.

Wie funktioniert Rentenwert?

Die Monatsrente ergibt sich im Kern aus vier Faktoren: Entgeltpunkte, Zugangsfaktor, Rentenartfaktor und aktueller Rentenwert. Multipliziert man sie, erhält man den Zahlbetrag vor Abzügen für Kranken- und Pflegeversicherung und eventuell Steuern.

Der Rentenwert wird in der Regel zum 1. Juli eines Jahres angepasst. Die Bundesregierung legt ihn per Verordnung fest, im Vorfeld gibt es eine Schätzung im Rentenversicherungsbericht. Wie stark er steigt, hängt vor allem von der Lohnentwicklung ab.

Wichtig: Eine Anpassung des Rentenwerts wirkt auf alle Bestandsrenten. Wer bereits Rente bezieht, bekommt die Erhöhung automatisch, ohne Antrag.

Der Rentenwert gilt auch für die Hinterbliebenenrente und die Erwerbsminderungsrente, jeweils mit eigenen Rentenartfaktoren. Daher wirkt eine Anpassung auf alle Rentenarten der gesetzlichen Rentenversicherung. Beamtenpensionen und Betriebsrenten folgen anderen Regeln und werden nicht über den Rentenwert angepasst.

Beispiel

Zwei Rentner haben gleich viele Entgeltpunkte erworben. Steigt der Rentenwert zum 1. Juli, wächst bei beiden die Monatsrente im gleichen Verhältnis. Wer doppelt so viele Entgeltpunkte hat, erhält auch den doppelten Anstieg in Euro.

Was Sie beachten sollten

  • Der Rentenwert ist nicht die Durchschnittsrente. Er gilt je Entgeltpunkt.
  • Schlagzeilen zur „Rentenerhöhung“ meinen meist die prozentuale Änderung des Rentenwerts. Den Zahlbetrag beeinflussen zusätzlich Abzüge.
  • Prüfen Sie den Anpassungsbescheid der Deutschen Rentenversicherung. Dort stehen Ihre individuellen Zahlen.
  • Für das nächste Jahr kann die Zahl zunächst eine Prognose („geplant“) sein, bis die Verordnung beschlossen ist.
  • Beim Vergleich mit früheren Jahren hilft die Tabelle auf der Werte-Seite. Sie zeigt Rentenwert und prozentuale Anpassung je Jahr.

Häufige Fragen

Wann ändert sich der Rentenwert?

In der Regel zum 1. Juli. Das genaue Datum nennt die Werte-Seite.

Muss ich die Erhöhung beantragen?

Nein. Die Deutsche Rentenversicherung passt Bestandsrenten automatisch an.

Gibt es noch unterschiedliche Werte für Ost und West?

Nein, der Rentenwert wurde angeglichen. Die Tabelle zeigt die frühere Aufteilung.