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Basiszinssatz

Der Basiszinssatz ist ein gesetzlich festgelegter Referenzzins, der sich halbjährlich ändert und als Grundlage für Verzugszinsen dient.

Aktualisiert am · Redaktion German Update

Moderne Bankgebäude mit gebogener Glasfassade vor blauem Himmel mit WolkenFoto: anurag upadhyay / Pexels

Was bedeutet Basiszinssatz?

Der Basiszinssatz nach § 247 BGB ist ein Referenzzins im Zivilrecht. Er wird zweimal im Jahr angepasst, zum 1. Januar und zum 1. Juli. Grundlage ist der Zinssatz der Europäischen Zentralbank für ihre jüngste Hauptrefinanzierungsoperation, den die Deutsche Bundesbank veröffentlicht.

Er selbst ist kein Zins, den Sie für ein Sparkonto oder einen Kredit zahlen. Er dient als Rechengröße in Gesetzen und Verträgen.

Wie funktioniert Basiszinssatz?

Wer mit einer Zahlung in Verzug gerät, schuldet Verzugszinsen. Sie berechnen sich aus dem Basiszinssatz plus einem gesetzlichen Aufschlag. Bei Geschäften mit Verbrauchern ist der Aufschlag niedriger als im Geschäftsverkehr zwischen Unternehmen. Auch bei Prozesszinsen, Schadensersatz und Rückforderungen ist der Basiszinssatz Bezugsgröße.

Die Bundesbank veröffentlicht den aktuellen Wert nach jeder Anpassung. Der Wert gilt dann für das Halbjahr. Die Entwicklung seit 2019 sehen Sie auf der Werte-Seite zum Basiszinssatz.

Er kann negativ sein. In Zeiten sehr niedriger Zinsen kam das vor. Für den Verzugszins gilt dann der Aufschlag, sodass er nie negativ wird.

Für Verbraucher spielt der Basiszinssatz auch bei der Berechnung von Vorfälligkeitsentschädigungen und bei der Verzinsung von Rückforderungsansprüchen eine Rolle. Im Steuerrecht gibt es eigene Zinssätze, die nicht mit ihm verwechselt werden sollten.

Die Berechnung erfolgt tagegenau. Aus dem Hauptbetrag, dem maßgeblichen Zinssatz und der Anzahl der Verzugstage ergibt sich der Zinsbetrag. Viele Rechner im Netz übernehmen das für Sie, doch es lohnt sich zu prüfen, ob der richtige Halbjahreswert verwendet wurde.

Beispiel

Ein Handwerker stellt eine Rechnung und der Kunde zahlt nicht fristgerecht. Nach Fristablauf kann der Handwerker Verzugszinsen verlangen. Er rechnet mit dem Basiszinssatz des jeweiligen Halbjahres plus Aufschlag auf den offenen Betrag, für jeden Tag des Verzugs.

Die Bundesbank veröffentlicht den Wert kostenlos auf ihrer Website. Viele Online-Zinsrechner nutzen ihn automatisch.

Was Sie beachten sollten

  • Verwenden Sie bei der Berechnung den Wert, der im jeweiligen Halbjahr galt.
  • Wechselt der Zinssatz mitten im Verzug, berechnen Sie die Zeiträume getrennt.
  • Der Zinssatz gilt nicht automatisch für Ihre Bank. Dort gelten eigene Konditionen.
  • Für Verträge können abweichende Zinsen vereinbart werden, sofern das zulässig ist.

Häufige Fragen

Wann wird der Basiszinssatz angepasst?

Zum 1. Januar und zum 1. Juli jeden Jahres.

Wer veröffentlicht ihn?

Die Deutsche Bundesbank.

Wofür brauche ich ihn?

Zum Beispiel für die Berechnung von Verzugszinsen und Prozesszinsen.