Lexikon
Verspätungszuschlag
Der Verspätungszuschlag ist ein Aufschlag des Finanzamts, wenn eine Steuererklärung zu spät oder gar nicht abgegeben wird.
Foto: Timothy Huliselan / PexelsWas bedeutet Verspätungszuschlag?
Gibt jemand seine Steuererklärung nicht fristgerecht ab, kann das Finanzamt einen Verspätungszuschlag festsetzen. Die Rechtsgrundlage ist § 152 der Abgabenordnung (AO). Seit der Reform ab 2019 gibt es automatische Fälle, in denen der Zuschlag festzusetzen ist, und Fälle, in denen die Behörde Ermessen hat.
Der Zuschlag ist keine Strafe, sondern ein Druckmittel, damit Erklärungen rechtzeitig kommen.
Wie funktioniert Verspätungszuschlag?
Die Höhe hängt von der festgesetzten Steuer und der Dauer der Verspätung ab. Für jeden angefangenen Monat wird ein Anteil der Steuer berechnet, es gibt einen gesetzlichen Mindestbetrag pro Monat. Das Gesetz begrenzt die Summe nach oben. Bei Erstattungen kann der Zuschlag niedriger sein.
Eine Pflicht zur Festsetzung besteht, wenn die Erklärung lange nach Ablauf des Steuerjahres noch nicht vorliegt, oder wenn eine Frist verlängert war und überschritten wurde. In anderen Fällen darf das Finanzamt Zuschläge erheben, muss aber nicht. Dabei prüft es unter anderem Dauer der Verspätung, Höhe der Steuer und das bisherige Verhalten.
Gegen einen Verspätungszuschlag können Sie Einspruch einlegen, wenn Sie Gründe für die Verspätung haben, etwa Krankheit oder höhere Gewalt. Der Einspruch ist an eine Frist gebunden, die im Bescheid steht.
Der Zuschlag wird im Steuerbescheid oder in einem eigenen Bescheid festgesetzt. Er ist kein Teil der Steuerschuld, sondern eine zusätzliche Zahlung. Wer ihn nicht zahlt, riskiert Mahnungen und Säumniszuschläge.
Beispiel
Eine Steuerzahlerin reicht ihre Erklärung erst Monate nach Ablauf der Frist ein. Das Finanzamt setzt zusammen mit dem Steuerbescheid einen Verspätungszuschlag fest. Sie legt Einspruch ein, weil sie wegen eines Krankenhausaufenthalts nicht abgeben konnte, und legt ein Attest bei.
Beim Verspätungszuschlag spielt auch die Mitwirkung eine Rolle: Antworten Sie auf Schreiben des Finanzamts. Wer sich meldet und die Lage erklärt, hat meist bessere Chancen, dass die Behörde Spielräume nutzt.
Was Sie beachten sollten
- Beantragen Sie eine Fristverlängerung, bevor die Frist abläuft.
- Reichen Sie die Erklärung auch dann ein, wenn Belege fehlen. Schätzungen sind möglich.
- Prüfen Sie den Bescheid auf Fristen für Einspruch.
- Wer eine Erstattung erwartet, hat meist keine Zuschläge zu befürchten, aber keine Garantie.
Häufige Fragen
Wann gibt es einen Verspätungszuschlag?
Wenn die Steuererklärung nicht rechtzeitig beim Finanzamt eingeht und keine Fristverlängerung vorliegt.
Kann ich dagegen vorgehen?
Ja, mit einem Einspruch, wenn gute Gründe für die Verspätung vorliegen.
Wie vermeide ich ihn?
Fristen beachten oder rechtzeitig Verlängerung beantragen.