Zum Inhalt springen
GermanUpdate

Lexikon

Werbungskosten

Werbungskosten sind berufliche Ausgaben, die Sie von der Steuer absetzen können, weil sie der Erzielung Ihres Einkommens dienen.

Aktualisiert am · Redaktion German Update

Mann im Mantel arbeitet auf dem Boden sitzend mit Laptop in einem sonnigen GangFoto: Andrea Piacquadio / Pexels

Was bedeutet Werbungskosten?

Das Einkommensteuergesetz definiert Werbungskosten in § 9 als Aufwendungen zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung der Einnahmen. Dazu zählen bei Arbeitnehmern zum Beispiel Fahrten zur Arbeit, Arbeitsmittel, Fortbildungen, Bewerbungskosten und Kontoführungsgebühren, soweit sie beruflich veranlasst sind.

Bei anderen Einkunftsarten gibt es ebenfalls Werbungskosten, etwa bei Vermietung die Zinsen, die Abschreibung oder Instandhaltung.

Wie funktioniert Werbungskosten?

Werbungskosten mindern das zu versteuernde Einkommen. Das Finanzamt berücksichtigt sie in der Steuererklärung. Wer keine höheren Ausgaben nachweist, erhält automatisch den Arbeitnehmer-Pauschbetrag. Erst wenn die tatsächlichen Werbungskosten diese Pauschale übersteigen, lohnt es sich, Einzelnachweise zu führen.

Typische Posten sind die Entfernungspauschale für den Weg zur Arbeit, Aufwendungen für das Arbeitszimmer oder die Homeoffice-Pauschale, Fachliteratur, Berufskleidung und Kosten für Weiterbildung. Gemischte Ausgaben, die teils privat, teils beruflich sind, können anteilig geltend gemacht werden.

Wichtig ist der Nachweis. Heben Sie Rechnungen und Belege auf. Das Finanzamt kann sie anfordern, auch nach der Abgabe.

Nicht alles, was mit dem Beruf zu tun hat, ist absetzbar. Für repräsentative Kleidung, rein private Anschaffungen oder Kosten der allgemeinen Lebensführung gilt ein Abzugsverbot. Das Finanzamt prüft, ob eine Ausgabe überwiegend beruflich veranlasst ist.

Beispiel

Eine Pflegekraft kauft Fachbücher und bezahlt eine Fortbildung. Sie notiert die Ausgaben und trägt sie in der Anlage N ein. Zusammen mit den Fahrten zur Arbeit liegen ihre Werbungskosten über dem Pauschbetrag. Das Finanzamt erkennt die Mehrkosten an und senkt ihre Steuer.

Auch für Studierende können Kosten als Werbungskosten gelten, wenn sie eine Zweitausbildung oder ein Masterstudium nach abgeschlossener Erstausbildung machen. Dann entstehen Verlustvorträge, die später mit Einkommen verrechnet werden können.

Was Sie beachten sollten

  • Führen Sie eine einfache Liste Ihrer beruflichen Ausgaben über das Jahr.
  • Erstattete Kosten, etwa vom Arbeitgeber, dürfen Sie nicht zusätzlich absetzen.
  • Prüfen Sie, ob Ausgaben für Weiterbildung als Werbungskosten oder Sonderausgaben gelten.
  • Nutzen Sie ELSTER oder eine Steuer-Software. Sie fragen die Posten systematisch ab.

Häufige Fragen

Was zählt zu den Werbungskosten?

Alle beruflich veranlassten Ausgaben, etwa Fahrtkosten, Arbeitsmittel und Fortbildung.

Muss ich Belege einreichen?

Nicht immer, aber aufbewahren sollten Sie sie, falls das Finanzamt nachfragt.

Was ist der Unterschied zum Pauschbetrag?

Der Pauschbetrag wird ohne Nachweis gewährt, Einzelnachweise lohnen sich nur darüber.