Lexikon
Pflegegeld
Pflegegeld ist eine monatliche Geldleistung der Pflegeversicherung für Pflegebedürftige, die zu Hause durch Angehörige oder andere Privatpersonen gepflegt werden.
Foto: Vitaly Gariev / PexelsWas bedeutet Pflegegeld?
Das Pflegegeld nach § 37 SGB XI geht direkt an die pflegebedürftige Person. Sie kann es an Pflegende weitergeben, etwa an Angehörige, als Anerkennung. Anspruch besteht ab Pflegegrad 2.
Das Pflegegeld unterscheidet sich von Pflegesachleistungen, bei denen ein Pflegedienst direkt abrechnet.
Pflegegeld wird bewusst als Geld ausgezahlt, damit Familien selbst entscheiden können, wie sie die Pflege organisieren. Die Geldleistung ist eine Anerkennung für den Einsatz Angehöriger und eine Hilfe, um zusätzliche Kosten zu decken.
Wie funktioniert Pflegegeld?
Die Höhe richtet sich nach dem Pflegegrad. Je höher der Grad, desto höher das Pflegegeld. Wer Pflegedienst und Pflegegeld kombiniert, erhält ein anteiliges Pflegegeld, wenn die Sachleistungen nicht ausgeschöpft werden (Kombinationsleistung).
Wer Pflegegeld bezieht, muss regelmäßig eine Beratung abrufen. Je nach Pflegegrad ist das halbjährlich oder vierteljährlich vorgeschrieben. Bleibt die Beratung aus, kann die Pflegekasse das Pflegegeld kürzen.
Alle Beträge je Pflegegrad und Jahr finden Sie auf der Werte-Seite zum Pflegegeld.
Neben dem Pflegegeld bestehen weitere Ansprüche, etwa der monatliche Entlastungsbetrag für anerkannte Angebote, Zuschüsse für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch und Verhinderungspflege, wenn die Pflegeperson ausfällt. Diese Leistungen lassen sich mit dem Pflegegeld kombinieren und erhöhen den Spielraum der Familie.
Auch Pflegepersonen sind abgesichert: Wer mindestens an zwei Tagen die Woche regelmäßig pflegt und dafür eine bestimmte Stundenzahl aufwendet, ist unter Voraussetzungen über die Pflegekasse in der gesetzlichen Unfallversicherung versichert. Das betrifft vor allem Angehörige, die ihre Arbeitszeit reduzieren.
Beispiel
Eine Familie pflegt ihre Mutter zu Hause. Die Mutter hat Pflegegrad 3 und erhält Pflegegeld. Sie überweist einen Teil an ihre Tochter, die die Pflege übernimmt. Zusätzlich nutzt die Familie stundenweise einen ambulanten Dienst.
Was Sie beachten sollten
- Das Pflegegeld muss bei der Pflegekasse beantragt werden. Es kommt nicht automatisch mit dem Pflegegrad.
- Während eines Krankenhausaufenthalts ruht es nach einer bestimmten Zeit.
- Pflegende Angehörige können Rentenversicherungsbeiträge von der Pflegekasse erhalten.
- Pflegegeld ist grundsätzlich steuerfrei.
- Nutzen Sie die Beratungsbesuche. Sie sind auch eine Chance, Fragen zu stellen und Entlastungsangebote kennenzulernen.
Häufige Fragen
Ab welchem Pflegegrad gibt es Pflegegeld?
Ab Pflegegrad 2.
Ist Pflegegeld steuerpflichtig?
Für die pflegebedürftige Person in der Regel nicht.
Wie oft wird es angepasst?
Der Gesetzgeber hebt die Beträge in Abständen an. Die Tabelle zeigt alle Stände.