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Pflegegrad

Der Pflegegrad gibt an, wie stark die Selbstständigkeit eines Menschen eingeschränkt ist; er bestimmt, welche Leistungen aus der Pflegeversicherung möglich sind.

Aktualisiert am · Redaktion German Update

Pflegerin lehnt sich lächelnd über das Sofa zu einem älteren MannFoto: Kampus Production / Pexels

Was bedeutet Pflegegrad?

Seit 2017 gibt es fünf Pflegegrade statt der früheren Pflegestufen. Die Grundlage steht in § 15 SGB XI. Maßgeblich ist, wie selbstständig jemand im Alltag zurechtkommt, nicht allein die Art der Erkrankung.

Je höher der Pflegegrad, desto größer der Unterstützungsbedarf und desto umfangreicher die Leistungen.

Der Pflegegrad ist die Eintrittskarte in das System der Pflegeversicherung. Er sagt nichts darüber aus, wie schwer eine Krankheit ist, sondern wie viel Unterstützung im Alltag nötig ist. Auch Menschen mit Demenz erhalten dadurch bessere Leistungen als früher.

Wie funktioniert Pflegegrad?

Wer Leistungen möchte, stellt einen Antrag bei der Pflegekasse. Der Medizinische Dienst oder ein beauftragter Gutachter begutachtet die Situation. Er bewertet sechs Lebensbereiche, zum Beispiel Mobilität, geistige Fähigkeiten und Selbstversorgung. Aus den Punkten entsteht ein Gesamtwert, der einem Pflegegrad zugeordnet wird.

Mit einem Pflegegrad entstehen Ansprüche auf Pflegegeld, Pflegesachleistungen, Entlastungsbetrag, Hilfsmittel und Zuschüsse zum Umbau der Wohnung. Die Beträge werden vom Gesetzgeber angepasst.

Die Pflegegeld-Beträge je Pflegegrad stehen auf der Werte-Seite zum Pflegegeld.

Zur Begutachtung gehört ein Hausbesuch. Der Gutachter schaut sich Ihre Wohnsituation an und stellt Fragen zu Ihrem Alltag. Ein Angehöriger sollte dabei sein, weil Betroffene Einschränkungen oft herunterspielen. Das Gutachten wird der Pflegekasse zugeleitet, die dann entscheidet.

Beispiel

Ein älterer Mann stürzt häufiger und braucht beim Waschen und Anziehen Hilfe. Seine Tochter beantragt für ihn bei der Pflegekasse einen Pflegegrad. Nach der Begutachtung erhält er einen Bescheid mit dem festgestellten Pflegegrad und kann Leistungen abrufen.

Was Sie beachten sollten

  • Stellen Sie den Antrag früh. Leistungen werden rückwirkend ab Antragsdatum gezahlt.
  • Führen Sie ein Pflegetagebuch, um den Zustand im Gutachten zu belegen.
  • Bei Ablehnung oder zu niedrigem Pflegegrad können Sie Widerspruch einlegen.
  • Ändert sich der Zustand, ist ein Antrag auf Höherstufung möglich.
  • Der Bescheid muss innerhalb einer gesetzlichen Frist ergehen. Verzögert die Kasse die Entscheidung, haben Sie unter Umständen Anspruch auf eine Entschädigung.

Häufige Fragen

Wie viele Pflegegrade gibt es?

Fünf, von geringen bis zu schwersten Beeinträchtigungen.

Wer stellt den Pflegegrad fest?

Die Pflegekasse beauftragt den Medizinischen Dienst oder Gutachter.

Wo sehe ich die Beträge?

Auf der Werte-Seite zum Pflegegeld nach Pflegegrad.