Lexikon
Grundfreibetrag
Der Grundfreibetrag ist der Teil des Einkommens, auf den keine Einkommensteuer anfällt, weil er das Existenzminimum sichern soll.
Foto: Polina Tankilevitch / PexelsWas bedeutet Grundfreibetrag?
Jede Person darf pro Jahr einen bestimmten Betrag verdienen, ohne darauf Einkommensteuer zu zahlen. Das regelt § 32a Einkommensteuergesetz (EStG) im Einkommensteuertarif. Erst das Einkommen darüber wird besteuert.
Der Freibetrag orientiert sich am Existenzminimum, das der Staat steuerfrei lassen muss. Das Bundesverfassungsgericht hat diesen Grundsatz mehrfach bestätigt.
Beim Grundfreibetrag geht es nicht um einen Betrag auf dem Konto, sondern um den Teil des Einkommens, den der Staat nicht anfasst. Politisch ist er daher ein beliebtes Instrument, um Steuerzahler zu entlasten, ohne Tarifstufen verändern zu müssen.
Wie funktioniert Grundfreibetrag?
Der Gesetzgeber prüft das Existenzminimum alle zwei Jahre im Existenzminimumbericht. Auf dieser Basis erhöht er den Grundfreibetrag, häufig zusammen mit Kindergeld und Kinderfreibetrag. Der Tarif zieht den Grundfreibetrag nicht einzeln ab: Er ist als erste Zone im Steuertarif eingebaut, in der der Steuersatz null beträgt.
Bei Ehepaaren und eingetragenen Lebenspartnern mit Zusammenveranlagung wirkt der doppelte Freibetrag, weil das Splittingverfahren angewendet wird.
Alle bisher beschlossenen und geplanten Beträge sehen Sie auf der Werte-Seite zum Grundfreibetrag.
Neben der regulären Erhöhung kann der Gesetzgeber den Freibetrag rückwirkend anheben, wenn das Existenzminimum neu berechnet wird. Das wirkt dann auf den Steuerbescheid, nicht unmittelbar auf das laufende Gehalt. Arbeitnehmer spüren Änderungen am Grundfreibetrag oft erst über niedrigere Lohnsteuer.
Beispiel
Eine Rentnerin hat neben ihrer gesetzlichen Rente nur kleine Nebeneinkünfte. Liegt ihr zu versteuerndes Einkommen unter dem Grundfreibetrag, bleibt die Steuer bei null. Steigt der Grundfreibetrag, kann mehr Einkommen steuerfrei bleiben, ohne dass sich an den Einnahmen etwas ändert.
Was Sie beachten sollten
- Der Grundfreibetrag bezieht sich auf das zu versteuernde Einkommen, nicht auf die Bruttoeinnahmen. Werbungskosten und Sonderausgaben mindern es zuvor.
- Er gilt nur für die Einkommensteuer. Sozialabgaben werden anders berechnet.
- Wer keine Steuer zahlt, muss unter Umständen trotzdem eine Erklärung abgeben, etwa bei bestimmten Lohnersatzleistungen.
- Bei einer Anhebung kann sich die Lohnsteuer im Folgejahr senken, weil Arbeitgeber die Lohnsteuertabellen anpassen.
- Haben Sie Einkünfte aus mehreren Quellen, zählen sie zusammen. Der Freibetrag gilt nur einmal pro Person.
Häufige Fragen
Wer bekommt den Grundfreibetrag?
Jede steuerpflichtige Person, automatisch im Steuertarif. Ein Antrag ist nicht nötig.
Warum steigt der Grundfreibetrag?
Weil das steuerfreie Existenzminimum an Preise und Lebenshaltungskosten angepasst wird.
Gilt er für Rentner?
Ja, auch Renten und andere Einkünfte werden erst über dem Grundfreibetrag besteuert.