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Kalte Progression
Die kalte Progression beschreibt, dass Lohnerhöhungen, die nur die Inflation ausgleichen, trotzdem zu einer höheren Steuerbelastung führen können.
Foto: Jakub Zerdzicki / PexelsWas bedeutet Kalte Progression?
Der Einkommensteuertarif ist progressiv: Mit steigendem Einkommen steigt der Steuersatz auf zusätzliche Einkünfte. Steigt das Gehalt nur im Gleichschritt mit den Preisen, hat die Kaufkraft nicht zugenommen, aber der Steuersatz kann trotzdem höher werden. Dieser Effekt heißt kalte Progression.
Das Wort „kalt“ beschreibt, dass die Mehrbelastung nicht durch eine Gesetzesänderung entsteht, sondern schleichend durch den Tarif.
Wie funktioniert Kalte Progression?
Um den Effekt auszugleichen, passt der Gesetzgeber den Tarif regelmäßig an. Er verschiebt die Tarifeckwerte und den Grundfreibetrag mit der Inflation, das nennt man „Tarif auf Rädern“. Grundlage ist § 32a Einkommensteuergesetz (EStG). Die Bundesregierung legt dazu den Steuerprogressionsbericht vor, der zeigt, wie hoch die Mehrbelastung ohne Anpassung wäre.
In den vergangenen Jahren wurde die Wirkung stärker diskutiert, weil die Inflation hoch war. Mehrere Gesetze haben daher den Tarif angehoben. Ob und wie stark das geschieht, entscheidet der Gesetzgeber im Rahmen des Steuerrechts.
Die Werte der Anpassungen finden Sie auf den Werte-Seiten zum Grundfreibetrag und zum Kinderfreibetrag.
Die Diskussion über die kalte Progression flammt besonders auf, wenn die Inflation steigt. Dann wächst der Abstand zwischen nominalem und realem Einkommen, und die Frage, wie stark der Tarif angepasst wird, bekommt politisches Gewicht.
Beispiel
Eine Angestellte bekommt eine Gehaltserhöhung, die ihre höheren Lebenshaltungskosten ausgleicht. Ohne Tarifanpassung rutscht ein Teil ihres Einkommens in eine höhere Steuerstufe. Mit der Anpassung bleibt die reale Belastung ungefähr gleich.
Ökonomen betonen, dass ein Ausgleich der kalten Progression keine Entlastung im eigentlichen Sinn ist. Er verhindert nur, dass die Steuerlast schleichend steigt. Echte Entlastung bedeutet, dass die reale Belastung sinkt.
Was Sie beachten sollten
- Die kalte Progression betrifft vor allem mittlere Einkommen. Dort wirkt der Tarif besonders steil.
- Tarifanpassungen wirken meist zum 1. Januar und beeinflussen die Lohnsteuer.
- Sie müssen nichts beantragen. Die Änderung erfolgt automatisch in der Lohnabrechnung.
- Die Begriffe „Steuerentlastung“ und „Ausgleich der kalten Progression“ sind nicht dasselbe. Letzteres verhindert nur eine Mehrbelastung.
Häufige Fragen
Was bedeutet kalte Progression?
Dass inflationsbedingte Gehaltssteigerungen zu einer höheren Steuerbelastung führen können, obwohl die Kaufkraft nicht steigt.
Wie wird sie ausgeglichen?
Durch Anpassung des Steuertarifs und der Freibeträge.
Wo sehe ich Details?
Auf den Werte-Seiten zu Grundfreibetrag und Kinderfreibetrag.