Lexikon
Midijob (Übergangsbereich)
Der Übergangsbereich, auch Midijob, ist die Einkommensspanne direkt oberhalb des Minijobs, in der Beschäftigte reduzierte Sozialversicherungsbeiträge zahlen.
Foto: ANTONI SHKRABA production / PexelsWas bedeutet Midijob (Übergangsbereich)?
Wer mehr als die Minijob-Grenze verdient, aber unter der oberen Grenze des Übergangsbereichs bleibt, arbeitet im Midijob. Die Regelung steht in § 20 Abs. 2 SGB IV. Beschäftigte sind voll sozialversichert, zahlen aber einen geringeren Anteil an den Beiträgen als sonst.
Der Übergangsbereich soll den Sprung vom Minijob in eine reguläre Beschäftigung weicher machen.
Die Regelung ist relativ jung. Der Gesetzgeber hat den Übergangsbereich in den vergangenen Jahren mehrfach ausgeweitet, um den Einstieg in sozialversicherungspflichtige Arbeit zu erleichtern. Die obere Grenze wurde dabei angehoben, sodass mehr Beschäftigte profitieren.
Wie funktioniert Midijob (Übergangsbereich)?
Im Übergangsbereich steigen die Arbeitnehmerbeiträge gleitend an, bis sie am oberen Rand den normalen Beitragsanteil erreichen. Der Arbeitgeber zahlt seinen Anteil dagegen vom tatsächlichen Entgelt, also ohne Ermäßigung. Entscheidend ist das monatliche Bruttoentgelt.
Wichtig: Trotz geringerer Beiträge werden die Rentenansprüche so berechnet, als hätte man auf Basis des vollen Entgelts gezahlt. Dadurch entsteht kein Nachteil bei der späteren Rente. Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung bestehen voll.
Untere und obere Grenze finden Sie auf der Werte-Seite zum Übergangsbereich. Die untere Grenze entspricht der Minijob-Grenze.
Für die Berechnung gibt es eine gesetzliche Formel mit einem Faktor, der jedes Jahr neu festgelegt wird. Sie müssen sie nicht selbst anwenden: Die Lohnabrechnung rechnet den reduzierten Anteil automatisch aus. Entscheidend ist, dass das Entgelt in der Abrechnung korrekt zugeordnet wird.
Beispiel
Ein Beschäftigter erhöht seine Arbeitszeit von einem Minijob auf mehr Stunden. Sein Verdienst liegt jetzt im Übergangsbereich. Er zahlt zwar erstmals Beiträge, aber nur einen Teil des üblichen Satzes. Sein Nettoverdienst steigt dadurch deutlich schneller als bei einem abrupten Sprung.
Was Sie beachten sollten
- Der Arbeitgeber trägt seinen normalen Anteil. Das wird über die Lohnabrechnung abgewickelt.
- Bei Verdiensten knapp über der Minijob-Grenze lohnt der Vergleich von Netto und Brutto genau.
- Mehrere Beschäftigungen können zusammengerechnet werden.
- Die Grenzen ändern sich mit dem Mindestlohn bzw. per Gesetz. Achten Sie auf den Stichtag.
- Haben Sie schwankendes Einkommen, kann der Verdienst von Monat zu Monat in oder aus dem Übergangsbereich wechseln. Die Abrechnung passt sich an.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Minijob und Midijob?
Der Minijob liegt unterhalb der Verdienstgrenze mit Pauschalabgaben, der Midijob darüber mit reduzierten Beiträgen.
Verliere ich im Midijob Rentenansprüche?
Nein. Die Rente wird auf Basis des vollen Entgelts berechnet, es sei denn, Sie verzichten ausdrücklich.
Wo stehen die Grenzen?
Auf der Werte-Seite zum Übergangsbereich, mit Stand und Quelle.