Zum Inhalt springen
GermanUpdate

Lexikon

Splittingtarif

Der Splittingtarif ist ein Berechnungsverfahren der Einkommensteuer für zusammen veranlagte Ehepaare und Lebenspartner, das bei ungleichen Einkommen die Steuer senken kann.

Aktualisiert am · Redaktion German Update

Paar sitzt auf dem Sofa und bespricht gemeinsam PapiereFoto: Alena Darmel / Pexels

Was bedeutet Splittingtarif?

Ehepaare und eingetragene Lebenspartner können sich gemeinsam zur Einkommensteuer veranlagen lassen. Dafür gilt das Ehegattensplitting nach § 32a Absatz 5 des Einkommensteuergesetzes (EStG). Das Finanzamt addiert beide Einkommen, teilt die Summe durch zwei, berechnet darauf die Steuer und verdoppelt das Ergebnis.

Hintergrund ist der progressive Steuertarif: Wer mehr verdient, zahlt einen höheren Steuersatz. Durch das Splitting wird so getan, als hätten beide Partner das gleiche Einkommen.

Wie funktioniert Splittingtarif?

Der Vorteil ist am größten, wenn die Einkommen sehr verschieden sind. Verdienen beide gleich viel, ergibt das Splitting keinen Vorteil gegenüber der Einzelveranlagung. Verdient nur einer, ist der Effekt am stärksten, weil das Einkommen des Alleinverdieners auf zwei Hälften verteilt wird.

Außerdem wirken beide Grundfreibeträge. Ein Paar hat daher im Splitting den doppelten Grundfreibetrag, der auf der Werte-Seite zum Grundfreibetrag zu finden ist.

Das Splitting ist politisch umstritten. Kritiker bemängeln, dass es Zweitverdienerinnen, meist Frauen, benachteiligt, weil das zweite Einkommen im Steuersatz des ersten besteuert wird. Befürworter sehen eine Anerkennung der gemeinsamen Wirtschaftsgemeinschaft. Reformpläne sind in der Änderungen-Datenbank mit Status vermerkt.

Sie wählen die Zusammenveranlagung in der Steuererklärung. Auf Wunsch prüft das Finanzamt, welche Variante günstiger ist.

Es lohnt sich, beide Varianten zu vergleichen. Wer getrennt veranlagt wird, kann bestimmte Kosten, etwa außergewöhnliche Belastungen, getrennt geltend machen. Eine Steuer-Software rechnet beide Wege durch und zeigt den günstigeren.

Beispiel

Ein Ehepaar hat zusammen ein mittleres Einkommen, aber nur eine Person arbeitet. Beim Splitting wird das Einkommen halbiert, die Steuer auf die Hälfte berechnet und dann verdoppelt. Das Paar zahlt deutlich weniger als bei Einzelveranlagung.

Mit dem Wechsel der Steuerklassen III/V in IV/IV mit Faktor lässt sich der Effekt des Splittings schon im laufenden Jahr abbilden. So vermeiden Paare eine hohe Nachzahlung am Jahresende.

Was Sie beachten sollten

  • Prüfen Sie jedes Jahr, ob Zusammenveranlagung oder Einzelveranlagung günstiger ist.
  • Beachten Sie die Steuerklassenwahl. Sie beeinflusst die monatliche Verteilung, nicht die Jahressteuer.
  • Das Splitting gilt nur für Ehepaare und eingetragene Lebenspartner.
  • Trennungsjahre und Scheidung ändern die Voraussetzungen.

Häufige Fragen

Für wen gilt der Splittingtarif?

Für zusammen veranlagte Ehepaare und eingetragene Lebenspartner.

Wann bringt er den größten Vorteil?

Wenn ein Partner deutlich mehr verdient als der andere.

Muss ich Splitting beantragen?

Sie wählen die Zusammenveranlagung in der Steuererklärung, das Finanzamt wendet das Splitting dann an.